IBPSA-Germany and Austria - International Building Performance Simulation Association German Speaking Chapter

Die Bauteilsimulation bewertet das Feuchte- und Temperaturverhalten von Baukonstruktionen. Von Interesse sind die Bewertung von Schädigungsprozessen von Materialien (z.B. Frost, Schimmel, Holzfäule, Korrosion, Kristallisation) und die energetische Optimierung (Resourceneinsatz, Dämmkonzepte). Bauteilsimulationen werden in der Regel für 2D-Details, in Ausnahmefällen für 3D-Details ausgeführt. Erweiterte Bauteilsimulationen berücksichtigen auch die Luftströmung durch Bauteile, die Emission von Schadstoffen durch Baustoffe und die Wirkung von Salzen im Mauerwerk.

Die Gebäudesimulation bewertet das energetische und bauklimatische Verhalten von Gebäuden. Neben der thermischen Behaglichkeit sind vor allem Fragen der Energieeffizienz von Interesse. Die Gebäudesimulation fokussiert eher auf das passive Verhalten des Gebäudes und kann schon sehr frühzeitig im Entwurfprozess sinnvolle Aussagen liefern. Außerdem können Beleuchtung, Luftströmungen und -konvektion in größeren Räumen, wie z.B. Atrien sowie das Brandverhalten (Verteilung von Rauchgasen) simuliert werden. HLK-Anlagen werden idealisiert oder in geringer Detaillierungstiefe abgebildet.

Die Anlagensimulation bewertet die Funktion von HLK-Anlagen in Gebäuden. Die Detaillierungstiefe der Anlagenmodelle und der zugehörigen Regelungsmodelle ist größer als bei der Gebäudesimulation. Außerdem wird die Kopplung von Wärme, Kälte und Strom vor allem in der Anlagensimulation umgesetzt. Mit Hilfe der Anlagensimulation können auf die Nutzung der Gebäude abgestimmte Regelungskonzepte entwickelt werden. Die gekoppelte Gebäude- und Anlagensimulation kann die energetische Betriebsoptimierung unterstützen.

Die Quartierssimulation bewertet Gruppen von Gebäuden einschließlich ihrer Infrastruktur. Dazu zählen Siedlungen, Ortsteile, Stadtquartiere und auch große Gebäudekomplexe mit Mischnutzung. Die Quartiersimulation zielt darauf ab, moderne Versorgungskonzepte mit sinnvoller Einbindung regenerativer Energien zu entwickeln. Sie kann eingesetzt werden, um die Erzeugung, Verteilung und Übergabe von Wärme- und Kälte zu dimensionieren und um energetische Zielwerte für die Gebäudeentwürfe vorzugeben.

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